Marktanalyse Februar 2012 - Kristalline Module sind gefragt

10.02.2012 09:22

Im Vergleich zu den konstant sinkenden Preisen in den Vormonaten war die Entwicklung im Januar nicht mehr so einheitlich. Im Ergebnis liegen die Preise zwar wieder unter denen des Vormonats, allerdings zeichnete sich in der zweiten Monatshälfte ein leichter Aufwärtstrend ab, insbesondere für Module von chinesischen Tier-1-Herstellern. Bei Dünnschichtmodulen gab es allerdings weiterhin einen konstanten Preisrückgang.

Nach Bekanntgabe des Zubaus in Deutschland für 2011 und der darauf folgenden Debatte bezüglich stärkerer Kürzungen nahm die Aktivität auf unserer Plattform spürbar zu. Der Zubau über 3 GWp im Dezember allein führte gemäß vorläufiger Zahlen der Bundesnetzagentur zu einem Gesamtzubau in Deutschland von ca. 7,5 GWp für 2011. Somit liegt dieser weit über dem im atmenden Deckel vorgesehenen Korridor von 2,5 - 3,5 GWp und sogar über dem Wert des bisherigen Rekordjahres 2010. Angeführt durch das Wirtschaftsministerium folgte daraufhin eine öffentlich geführte Debatte über eine sofortige Anpassung des EEGs. Gefordert wurden unter anderem eine starke Kürzung der Einspeisevergütung bereits zum April sowie eine harte Deckelung des Zubaus auf 1 GWp pro Jahr.

Die Positionen der verschiedenen Seiten weichen dabei noch stark voneinander ab, so dass immer noch eine große Ungewissheit im Markt besteht, wie die Förderung ab April, spätestens jedoch ab dem Sommer, aussehen wird. Dadurch werden nun, ähnlich wie auch Anfang 2010, Pläne für Installationsvorhaben ins erste Quartal vorgezogen, um die Solaranlagen noch in einem Zeitraum ans Netz zu bringen, in dem die Rahmenbedingungen klar sind. Wegen der enorm gesunkenen Preise in 2011 sind auch nach der Vergütungskürzung Anfang Januar die Renditen weiterhin attraktiv.

Die meisten Hersteller waren für eine so früh anspringende Nachfrage nicht ausreichend vorbereitet und hatten, wie bereits Ende 2011 angekündigt, die Produktion zurückgefahren. Hinzu kommt, dass auch die Lagerbestände der Händler nach dem Rekordmonat Dezember sehr niedrig sind. Als Folge konnten wir bei den Angeboten auf unserer Plattform erkennen, dass im Januar nicht nur größere Preisunterschiede zwischen verschiedenen Herstellern in einer Kategorie auftraten, sondern auch für denselben Hersteller und Modultyp die Preisspanne der Angebote je nach Anbieter sehr groß war.

Ausgehend von dem, was wir in der zweiten Januarhälfte auf unserer Plattform beobachten konnten, und dem noch unklaren politischen Umfeld, rechnen wir damit, dass zumindest für kristalline Module im Februar und März keine deutlichen Preisrückgänge mehr zu sehen sein werden. Selbst ein leichter Anstieg wäre möglich, was für kristalline Module in unserem Preisbarometer zuletzt im September 2010 der Fall war.