Marktanalyse März 2012 - Ende des freien Falls

Trotz des Aufwärtstrends, der Ende Januar vor allem bei chinesischen Tier-1-Herstellern noch erkennbar war, sind die Preise im Februar weiterhin leicht gefallen, auch für kristalline Module. Im Ergebnis liegen die Werte des Preisindex in jeder Kategorie unter den Vormonatswerten. Dies lag aber auch daran, dass aufgrund der Knappheit an in Europa verfügbaren Modulen vermehrt Module von Tier-2-Herstellern über pvXchange (jetzt sologico) vermittelt wurden. Bei Tier-1-Herstellern hingegen blieb der Preis konstant, für einige Modultypen lag der Preis sogar über den Januarwerten.

Bei den kristallinen Modulen ist der Preisrückgang prozentual betrachtet erstmals wieder so gemäßigt ausgefallen wie seit April 2011 nicht mehr. Ein sehr ruhiges erstes Quartal, eine nur langsam zunehmende Nachfrage und steigende Lagerbestände führten seit Mai 2011 dazu, dass die Preise monatlich kontinuierlich sehr stark gesunken sind. Erst durch das starke vierte Quartal, kombiniert mit einer ungewöhnlich hohen Nachfrage im Januar 2012, scheint der freie Fall der Modulpreise vorerst gestoppt zu sein.

Die weiterhin bestehende Ungewissheit in Deutschland bezüglich der geplanten Änderung der Einspeisevergütung führte kurzfristig zu einem Ansturm auf Lagerware, um geplante und zugesagte Projekte noch möglichst vor einer anstehenden Kürzung fertigzustellen. Einige Modultypen von chinesischen Tier-1-Herstellern waren kaum oder nur sehr schwer in Europa zu finden. Zudem hielten sich aber auch die meisten Händler mit Nachbestellungen bei Herstellern zurück, da es keine Klarheit dazu gab, wie die Änderungen am EEG aussehen würden. Schließlich wurden, zeitgleich mit der gemeinsamen Ankündigung der Ministerien für Umwelt und Wirtschaft am 23. Februar, die Vergütungen in Deutschland bereits zum 9. März kürzen zu wollen, die Preise für Module von Tier-1-Herstellern bei einigen Lieferanten nach oben angepasst, sofern sie überhaupt noch verfügbar waren. Tier-2 Hersteller nutzten diese Gelegenheit, um ihre im Vergleich zu den Tier-1-Herstellern noch vorhandenen Lagerbestände zu verringern, teilweise mit leicht reduzierten Preisen. Somit wurden bei den europäischen Distributoren, sowohl bei Modulen von Tier-1- als auch von Tier-2-Herstellern, die enormen Lagerbestände von Ende 2011 größtenteils abgebaut.

Dieser Zustand wird jedoch nur noch andauern, bis die Änderung des EEGs vom Bundestag beschlossen wird und Klarheit darüber herrscht, wie es in Deutschland weitergeht. Nachdem die Übergangsfrist verstrichen ist und die Vergütungen gekürzt sind, wird der Preisrückgang vermutlich wieder größer werden, da global weiterhin das grundsätzliche Problem der starken Überkapazitäten besteht. Zudem kommen weitere potenzielle Probleme hinzu, welche die Situation im Markt für die Hersteller weiter erschweren könnte. In den USA läuft die Handelsklage gegen chinesische Hersteller, deren Ausgang noch ungewiss ist, und außerdem stehen hohe Vergütungskürzungen in Deutschland und weitere Kürzungen in europäischen Märkten an. Daher rechnen wir damit, dass Hersteller bereits im zweiten Quartal wieder den Kostendruck spüren werden.