Marktwissen

Unser Geschäftführer Martin Schachinger schreibt jeden Monat einen persönlichen Marktkommentar, der in Fachzeitschriften wie zum Beispiel dem pv magazine oder der photovoltaik, sowie auf Online-Plattformen wie dem Solarserver oder EUWID Energie veröffentlicht wird. Hier finden Sie die komplette Sammlung aller Artikel.
Zu Anfang gleich die erste schlechte Nachricht: auch die Modulpreise tragen zum weltweiten Anstieg der Inflationsrate bei. Nach einer sehr kurzen Verschnaufpause ziehen die Preise bei fast allen Modultechnologien wieder an. Allerdings spiegeln die für Anfang Oktober erfassten Veränderungen noch lange nicht die noch zu erwartenden Preissteigerungen wieder. Zum Zeitpunkt der Preiserhebung wurden von einigen Herstellern für kommende Lieferungen bereits noch deutlichere Korrekturen nach oben angekündigt. mehr ...

Die aktuell sehr hohen Transportkosten für Containertransporte sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Modulpreise auf einem Niveau sind, wie wir es seit dem Herbst letzten Jahres nicht mehr gesehen haben. Diese Erkenntnis hatte ich in meinem letzten Kommentar vor einem Monat bereits verbreitet. Ob und wie die Stärkung der lokalen Wertschöpfung in Form einer europäischen Zell- und Modulproduktion zu einem ein Ende der Abhängigkeit von Asien und zu einem Ausbrechen aus der nach oben zeigenden Kostenspirale führen könnte, darauf möchte ich in diesem Monat eingehen. Zunächst aber ein Blick auf die aktuelle Preisentwicklung.

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In früheren Tagen, als ich noch in der Berliner Innenstadt wohnte, besuchte ich regelmäßig den Wochenmarkt, um frisches Obst und Gemüse zu kaufen. Ein türkischstämmiger Gemüsehändler pries dort seine Ware immer mit den Worten an: "Heute billich, morgen teuer!". Es wäre beinahe erstrebenswert, könnten wir Photovoltaikgroßhändler unsere Module mit einem ähnlichen Spruch anbieten. Leider kann aktuell niemand in der Branche behaupten, Solarmodule seien preiswert - im Gegenteil. Nach einer kurzen Verschnaufpause kletterten die Preise in den letzten Wochen wieder nach oben. Seit dem bisherigen Tiefststand im September 2020 stiegen die Preise für fabrikneue A-Ware bereits um durchschnittlich 20 Prozent auf ein Niveau, wie wir es zuletzt im April 2019 gesehen haben.

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The Sky is the limit - dieser Ausspruch gilt zum Glück nicht für die aktuellen Photovoltaikmodulpreise. Diese haben nach einem kontinuierlichen Anstieg seit Jahresbeginn endlich wieder einmal eine Verschnaufpause eingelegt. Ob diese länger andauert oder die Preise in den kommenden Monaten sogar wieder nachgeben, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen. Zumindest die Siliziumpreise und damit auch die Wafer- und Zellpreise sind einem leichten Preisverfall ausgesetzt. Eine entscheidende Bewegung der allgemeinen Modulpreise ist vermutlich jedoch nicht vor dem vierten Quartal zu erwarten. Ob diese nach oben oder unten zeigt, hängt im Wesentlichen von der Entwicklung des internationalen Marktes ab. Wenn die bereits anrollende vierte Coronawelle, getriggert durch die Delta-Variante des Covid-19-Virus, rechtzeitig gestoppt oder abgemildert werden kann, dann dürfte es auf der Angebots- wie Nachfrageseite ganz gut aussehen. Gelingt dies jedoch nicht, wird es wieder verstärkt Einschränkungen in den asiatischen Produktionen und in der übrigen Lieferkette geben, was die Marktentwicklung unberechenbar macht.

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Mehr Geld für den Klimaschutz auszugeben, das vereinbarten die G7-Staatschefs gerade bei ihrem jüngsten Gipfeltreffen in Cornwall, Großbritannien. Das bedeutet auch, noch viel mehr Geld für den Ausbau der Erneuerbaren Energien bereitzustellen und die bisherige Zubaugeschwindigkeit deutlich zu erhöhen. Schon nach der erfolgreichen Verfassungsbeschwerde gegen deren zu kurz gegriffene Klimaschutzbemühungen mussten die Regierungsparteien in Deutschland in den vergangenen Wochen ihr Klimaschutzprogramm nachbessern. Statt 2050 soll Deutschland jetzt bereits 2045 klimaneutral sein und das Klimaziel für 2030 wurde von 55 auf 65 Prozent Treibhausgasminderung angehoben. Klimafachleute warnen zwar davor, dass diese Vorgaben noch immer nicht ausreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müsse im Jahr 2030 nämlich ein Ausbau auf mindestens 200 Gigawatt installierter Leistung erreicht sein (von heute 55 Gigawatt). Dies bedeute von heute an gerechnet einen jährlichen Photovoltaik-Zubau von mindestens 15 Gigawatt allein in Deutschland – nicht 2 oder 3 Gigawatt, wie in den vergangenen Jahren! mehr ...

Jeder kennt diese etwas verstaubte Parole aus den 1970er- und 1980er-Jahren, die allerdings zumindest in Deutschland kaum noch zu lesen oder hören ist, nachdem die Bundesregierung anlässlich der Nuklearkatastrophe im Atomreaktor Fukushima Daiichi in Japan im Jahre 2011 den Atomausstieg beschloss. Auch weltweit ist der Kernenergieausbau nach diesem Zwischenfall weitestgehend zum Erliegen gekommen. Im Rahmen der neuesten Entwicklungen und Ankündigungen zum Thema Klimaschutz im In- und Ausland dürfte jedoch die Sorge berechtigt sein, dass es mit der Nutzung der Kernspaltung als CO2-arme Energiequelle noch nicht zu Ende ist. Die erfolgreiche Verfassungsbeschwerde gegen deren zu kurz gegriffene Klimaschutzbemühungen hat die Regierung in den letzten Wochen zu einer schnellen Nachbesserung genötigt. Diese erfolgte dann in einer Geschwindigkeit, wie sie bis dato keiner für möglich gehalten hatte. Allein die Konzepte zur konkreten Umsetzung fehlen oder sind noch zu nebulös formuliert. Aus diesem Grunde ist zu befürchten, dass manchen Politikern in Deutschland - aber auch weltweit - in den kommenden Jahren wieder nichts Besseres einfällt, als die gute alte Kernenergie als die beste, wenn nicht einzige fristgerecht realisierbare Lösung zu präsentieren.

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Schon wieder haben die meisten Modulhersteller ihre Preise nach oben angepasst. Dies ist nun schon die dritte oder vierte Preiserhöhung innerhalb der letzten 6 Monate und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Aber warum gelingt es nicht, eine langfristige und nachhaltige Entwicklung des globalen Solarmarktes zumindest von Seiten der Produzenten zu gewährleisten? Welche Faktoren führen immer wieder dazu, dass Angebot und Nachfrage so stark auseinanderlaufen? Von keiner anderen Branche kenne ich eine derart turbulente Entwicklung, ein ständiges Pendeln zwischen Überangebot und Engpass, zwischen Preisverfall und Preissteigerung - immer bis hin zu einem Markteinbruch. Die Planungssicherheit ist - einmal mehr - zum Teufel. Projektierer und Investoren können ihre Pläne für die Errichtung von mittleren bis großen Anlagen, zumindest wenn sie nicht schon langfristig vorgesorgt haben, in der Schublade verschwinden lassen, bis sich Modulpreis und -verfügbarkeit wieder normalisiert haben - mit etwas Glück noch in diesem Jahr!

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Über das Thema der Abmessungen im Zusammenhang mit einer voranschreitenden Entwicklung bei den Zell- und Modultechnologien philosophierte ich bereits vor einigen Monaten. Nun, die Dichte und Schnelligkeit von Produktgenerationswechseln seitens der Hersteller erhöht sich weiter - momentan gibt es kaum ein Format, welches länger als ein paar Monate verfügbar ist, bevor schon wieder ein überarbeitetes Produkt auf den Markt geworfen wird. mehr ...
Die Solarindustrie, sowie alle mit ihr verbundenen Akteure verstehen sich ganz überwiegend als Freunde und Beschützer des Klimas, der Menschheit an sich und damit natürlich auch als Verfechter von Demokratie und Menschenrechten. Selbst größere chinesische Konzerne geben gleichlautende Statements ab, zumindest wenn sie an westlichen Börsen notiert sind. mehr ...
Es gibt immer Gewinner und Verlierer - des einen Freud ist des anderen Leid. Betrachtet man das vergangene Jahr, so sind die Akteure innerhalb der Solarbranche sicherlich eher auf der Gewinnerseite gelandet, wohingegen die Tourismussparte zu den größten Verlierern der Pandemie gehört. Aber auch innerhalb der Regenerative-Energien-Branche gibt es beide Extreme. mehr ...
Danke wofür - Danke für Nichts? So hart will ich mich ausnahmsweise einmal nicht ausdrücken. Das Jahr hatte neben dem ganzen Krisengeschehen auch ein paar gute Impulse und Entwicklungen für uns im Angebot. Welche das sind, möchte ich im zweiten Teil meines Jahresrückblicks beleuchten, sowie einen kleinen Ausblick auf die kommenden Monate geben. mehr ...
Was klingt, wie eine Zeile aus einem deutschsprachigen Popsong, soll meinen diesjährigen Jahresrückblick einleiten, denn im Frühjahr war die Welt für uns alle im Wesentlichen noch in Ordnung. Was dann jedoch folgte, war nicht nur eines der wärmsten Jahre seit Aufzeichnung der globalen Temperaturen, sondern insgesamt das verrückteste der letzten Jahrzehnte. Ich werde in diesem und im nächsten Monat einen Blick auf die Entwicklung des deutschen und europäischen Photovoltaikmarktes im Zeichen von Pandemie und Klimakrise werfen, vor allem aber auch auf die Kapriolen, die uns hierzulande dank eines bestehenden und zu novellierenden Erneuerbare-Energien-Gesetzes immer noch beschäftigen. mehr ...